Lügenbaron droht mit Comeback

Guttenberg droht mit Comeback. Foto: Alexander Hauk, www.pixelio.de

Guttenberg droht mit Comeback. Foto: Alexander Hauk, www.pixelio.de

Karl-Theodor Lügenbaron ohne Doktortitel zu Guttenberg hat sich  aus den fernen USA zurückgemeldet und droht mit Buch und Comeback. Was ist schlimmer, was ist dümmer?
Ehrlich, mich nervt der Kerl in seiner arroganten Selbstüberschätzung schon lange. Kaum ist das Strafverfahren gegen Bußgeld eingestellt, tut der Arsch jetzt so, als sei eigentlich nichts gewesen.

Maßlose Selbstüberschätzung oder Größenwahn?
Halten wir fest: Karl-Theodor zu Guttenberg hat beim Abfassen seiner Doktorarbeit an so vielen Stellen vorsätzlich gestohlen und betrogen, dass seine Universität vor kaum einem halben Jahr nicht umhin kam, ihm den Doktortitel deshalb abzuerkennen. Von Plagiatsjägern ertappt, hatte er erst verharmlost („abstruse Vorwürfe“) und getäuscht („ungeheuerliche Fehler“), dann Bundeskanzlerin, Bundestag und Öffentlichkeit dreist angelogen („kein Betrug“).  Selbst  beim überfälligen Rücktritt vom Amt des Verteidigungsministers  zeigte er keine Reue („die Grenzen meiner Kräfte erreicht“). Großkotziger und uneinsichtiger ist selten jemand nach der roten Karte vom politischen Spielfeld flaniert.

Guttenbergs abstruse Comeback-Drohungen
Nach halbjähriger Schmollphase in den USA penetriert uns Karl-Theodor zu Guttenberg  nun nicht nur mit einem neuen Buch – wer mag ihm dieses geschrieben haben? – sondern auch mit abstrusen Comeback-Drohungen. Viele, die aus parteipolitischem Kalkül oder politischer Schwärmerei schon seinen Rücktritt bedauerten, schwadronieren bereits wieder von zweiter Chance, die schließlich jeder verdient habe. Bullshit!

Sicherheitsverwahrung statt Bußgeld
Wer wie Karl-Theodor zu Guttenberg seine Fehler nicht eingesteht,  nichts bereut,  sich allerhöchstens verklausuliert entschuldigt, zeigt vor allem überdeutlich dass er nichts dazulernen will.  Oder er ist so arrogant und hartnäckig von der eigenen Mission überzeugt, dass er glaubt für ihn gälten andere politische oder moralisch Maßstäbe? Dann allerdings hätte der Richter eigentlich Sicherheitsverwahrung statt Bußgeld verfügen müssen. Wie dem auch sei: Der Weg zur zweiten Chance führt im liberalen Rechtsstaat über Einsicht und Reue. Guttenberg hingegen strickt ausschließlich an seiner eigenenen Legende, ihm seien lediglich „ungeheuerliche Fehler“ passiert.

Weltenlenker und Politikerklärer
Ganz im Gegenteil: Er wolle sich „alles offen halten“ fabuliert Guttenberg, als läge ihm die Welt nun zu Füßen – schlicht weil die Welt eloquente Weltenlenker und Politikerklärer wie ihn brauche.

Süddeutsche: „Comeback eine Blenders“
Thorsten Denkler hat soeben in einem besonders lesenswerten Kommentar für die Süddeutsche („Comeback eine Blenders“) treffend angemerkt, Guttenberg offenbare „ein derart gehöriges Maß an Selbstüberschätzung, dass vor diesem Mann gar nicht oft genug gewarnt werden kann.“ www.sueddeutsche.de

Der Frankfurter Psychoanalytiker Hans-Jürgen Wirth, der Guttenbergs neues, gemeinsam mit Zeit-Herausgeber Giovanni di Lorenzo verbrochenes Buch bereits gelesen hat, bezeichnet als Gastautor im aktuellen STERN („Inszenierung eines Chaoten“) die Rechtfertigungsmärchen Guttenbergs als „dummdreist“. Guttenbergs Inszenierungen offenbarten „eine Logik, die man selbst Dreizehnjährigen nicht durchgehen lässt“.

„Guttenberg erweist sich als eine narzisstische Persönlichkeit, die von ihrer eigenen Großartigkeit und Einzigartigkeit so sehr überzeugt ist, dass sie sich von so „lästigen“ Hemmungen wie Scham- und Schuldgefühlen befreit hat.“ www.stern.de

26.11.2011/ 30.11.2011 /zwischenrufer

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