ZEITUNGSAUSTRÄGER SIND LEISTUNGSTRÄGER!

Mittelwertig verdient ein Zeitungszusteller 2015 rund 1.000 EUR weniger als ihm zustünde, würde auch für ihn oder sie der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 EUR gelten.

Mittelwertig verdient ein Zeitungszusteller 2015 rund 1.000 EUR weniger als ihm zustünde, wenn auch für ihn oder sie der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 EUR bereits gelten würde. Foto: verdi

Zeitungsausträger gehören meines Erachtens zu den Leistungsträger eines Zeitungsverlages. Trügen sie nicht bei Wind und Wetter frühmorgens die druckfrische Zeitung zuverlässig bis an den Briefkasten, würde heutzutage kein Mensch mehr eine Tageszeitung abonnieren – völlig egal was drinsteht. Ich weiß ganz genau wovon ich spreche, meine Mutter hat über vierzig Jahre die Badische Zeitung ausgetragen.

Trotzdem ist es der Verlegerlobby in der Diskussion um den Mindestlohn gelungen, ausgerechnet für diese Berufsgruppe eine nachteilige Ausnahmeregelung durchzusetzen. Statt einem Mindestlohn von 8,50 EUR erhalten auch erwachsene Zeitungszusteller (und Austräger von Anzeigenblättern mit redaktionellem Inhalt) bis Ende 2015 lediglich 6,38 EUR (75% von 8,50 EUR) und 2016 nur 7,23 (85% von 8,50 EUR). Erst ab 2017 erhalten Zeitungszusteller den für fast alle anderen Branchen bereits für 2015 gültigen gesetzlichen Mindestlohn. Sollte bis dahin die Mindestlohnkommission den Mindestlohn allerdings bereits erhöht haben, wird diese Erhöhung für Zeitungszusteller wiederum erst 2018 wirksam. Konkret bedeutet das, dass Zeitungszusteller mindestens weitere zwei Jahre unterhalb des gesetzlichen Mindestlohn bezahlt werden. Meiner Meinung nach ist das eine bodenlose Sauerei!

Faktisch steht euer Tageszeitungsausträger sechs Mal in der Woche um 4 Uhr für euch auf, schwingt sich gegen 4.30 Uhr bei jedem Sauwetter auf sein Fahrrad (oder nutzt auf eigene Kosten seinen PKW), fährt zum Distributionspunkt, lädt seine Zeitungspakete (und wenn er Pech hat noch ein paar Bündel nicht eingeschossene Beilagen) ein und macht sich schwer beladen auf in sein Verteilgebiet. Wir dürfen annehmen, dass seine oder ihre Arbeitszeit trotzdem erst beginnt, wenn er den ersten Briefkasten erreicht hat. Zwischen 4.45 – 6.15 Uhr steckte er oder sie – je nach Gebiet und Abodichte – zwischen 60 – 180 Zeitungen in Briefkästen und Zeitungsrollen. Im Winter ist der Zeitungsausträger zudem die ärmste Sau, er oder sie ist fast immer vor dem ersten Streudienst unterwegs.

Rechnen wir mal gegen was er oder sie aktuell dafür bekommt: 26 Tage x 1,5 Stunden x 6,38 EUR = 248,82 EUR! Das sind mittelwertig 9,57 EUR pro Einsatz. Für um 4.00 Uhr für uns aufstehen und um 6.30 Uhr wieder heimkommen. Gälte der Mindestlohn bereits , wären es übrigens auch nur 12,75 EUR – und ich gehe jede Wette ein, dass dafür kaum einer von uns auch nur um 4.00 Uhr aufstehen will.

Auf diese Weise spart der Verlag, bzw. meist dessen längst ausgegliederte Vertriebseinheit, dieses Jahr pro Monat und Austräger 82,68 EUR ein, was sich über das Jahr mithin auf fast 1.000 EUR pro Austräger summiert.

Oder, um es konkret zu sagen: Jeder Zeitungsausträger wird dieses Jahr von seinem Arbeitgeber um fast 1.000 EUR beschissen. Einfach weil ein paar Dutzend Tageszeitungsverleger für Politiker so viel wichtiger sind, als Hundertausende von anständigen Menschen, deren Wecker morgen früh wieder um 4.00 Uhr für uns klingelt.

DAS mußte ich jetzt auf jeden Fall mal loswerden.

Effektiv gegen das schlechte Gewissen hilft derzeit nur ein gelegentlicher Zehner Trinkgeld. Meine Mutter hat sich über solche Zeichen persönlicher Wertschätzung immer besonders gefreut.


Erstveröffentlicht am 26.04.2015 / mas
werra-meissner-dreist.de – news aus dem wmk – aktuell, kritisch, anspruchsvoll
ZEITUNGSAUSTRÄGER SIND LEISTUNGSTRÄGER!

Solaranlagen, Photovoltaik und Windkraftanlagen

Manchmal schwitzen auch gestandene Webdesigner auf der Zielgerade eines neuen Webauftritts: Termindruck, technische Delikatessen, Wortfindungsstörungen, Sonnenbrand, manchmal kommt einfach alles zusammen. Doch jetzt ist es soweit: Unser Freund Roger Schneider ist mit seiner neuen Webseite zu den Themen Solarthermie, Phototvoltaik und Windkraftanlagen unter http://www.rs-energietechnik.de/ endlich online. Der Aufwand hat sich gelohnt, wie ich finde.

Interessenten und Kunden erhalten hier wichtige Informationen über die Marktsituation im Bereich der erneuerbaren Energien, aktuelle News technischer Innovationen in der Solar- und Windkrafttechnik, über die Beratungs- und Dienstleistungen des neuen Unternehmens RS-Energietechnik in Berlin. Rundum ein gelungener Webauftritt mit hohem Wiederbesuchsnutzen, den Bauherren, Architekten, Handwerker und Entscheider der öffentlichen Verwaltung in ihre Favoritenleiste ziehen sollten.

zwischenrufer / 23.08.2011

Photovoltaik-Anlage: Gutachter bringt Gewissheit

Thomas Bürger, unabhängiger Photovoltaik-Sachverständiger und Gerichtsgutachter aus Hessisch Lichtenau (Nordhessen).

Thomas Bürger, unabhängiger Photovoltaik-Sachverständiger und Gerichtsgutachter aus Hessisch Lichtenau (Nordhessen).

Dieser Sommer hat den Namen gewiss nicht verdient. Kaum sind in Hessen, Niedersachsen und Thüringen die Sommerferien angebrochen, bleibt der Sonnenschein aus. Das ärgert allerdings nicht nur Schüler und Eltern. Auch so mancher Betreiber einer Photovoltaikanlage ist derzeit gleich doppelt gekniffen: Nicht nur, dass es an Sonnenschein mangelt und damit den Betreibern von Photovoltaikanlagen die „Solarstrom-Ernte“ verdirbt.

Oft produzieren PV-Anlagen zu wenig Solarstrom
Selbst wenn die Sonne scheint bleibt so manche der über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) geförderten Photovoltaik-Anlagen was die Menge des erzeugten und eingespeisten Solarstroms angeht deutlich hinter den Erwartungen zurück. Sehr zum Ärger der betroffenen Anlagenbetreiber: Die für die Einspeisung vergütete Jahressumme bleibt hinter den Prognosen zurück, die Amortisationszeiten verlängern sich deutlich.

Gutachter für Photovoltaik und Solarthermie entdecken Mängel
„Bleibt eine Solaranlage ertragsmäßig hinter den Erwartungen zurück, kann das viele Ursachen haben“, weiß Thomas Bürger (Foto), ein in ganz Deutschland tätiger Sachverständiger und Gerichtsgutachter für Photovoltaik und Solarthermie (Solarwärme) aus Hessisch Lichtenau (Hessen). „Die Probleme reichen von handwerklichen Fehlern bei der Montage der Anlage, mangelhaften Solarmodulen bis schweren Planungs- und Konstruktionsfehlern, wenn z.B. PV-Module und Wechselrichter nicht zusammenpassen.“

Gutachten und detaillierte Ertragsanalysen hilfreich
Bleibt eine Photovoltaikanlage anhaltend hinter den Erwartungen zurück, kommt es oft zum Streit zwischen den Beteiligten. Der Betreiber fordert Nachbesserung bzw. Mängelbeseitigung, der Handwerker wiederum verweist nicht selten auf die Gewährleistungspflicht eines (immer häufiger chinesischen) Modulherstellers. Immer häufiger schalten enttäuschte Anlagenbetreiber unabhängige Photovoltaik-Gutachter wie Thomas Bürger ein, die nicht nur objektive Mängel auffinden und auflisten. Sind die tatsächlichen Mängel gutachterlich festgestellt, fällt es Handwerkern und Herstellern zunehmend schwerer, sich ihrer Nachbesserung- bzw. Gewährleistungspflicht zu entziehen. So bringen unabhängige Photovoltaikgutachten und detaillierte Ertragsanalysen nicht nur Gewissheit – sie verhelfen unzufriedenen Anlagenbetreibern häufig zur außergerichtlichen Durchsetzung ihrer Forderungen gegen Handwerker und Photovoltaik-Hersteller.

Photovoltaikanlagen vor Ablauf der Garantiezeit prüfen lassen
Photovoltaikexperten empfehlen daher, die Leistungswerte einer PV-Anlage zu beobachten und Photovoltaikanlagen vor Ablauf der fünfjährigen Garantiezeit nochmals überprüfen zu lassen.

Weiterführende Informationen zum Thema Photovoltaik-Gutachten finden sich unter www. solar-gutachten.com

zwischenrufer / 27.07.2011

Facebook ist Mist

Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook. Foto: www.wikipedia.de / Elaine and Priscilla Chan.

Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook. Foto: www.wikipedia.de / Elaine and Priscilla Chan.

Soso, 50 Milliarden US-Dollar soll Facebook wert sein? Mehr also als Ebay, Nokia oder die meisten deutschen Großkonzerne? Mit dieser unglaublichen Summe jedenfalls bewertet die US-Großbank Goldmann Sachs das sogenannte soziale Netzwerk – und soll, so SPIEGEL online, gleich einmal 450 Mio. US-Dollar für bescheidene 0,8% an Facebook hingeblättert haben. Reiche Kunden von Goldman Sachs sollen sich gar um die Anteile an dem 2003 von Mark Zuckerberg (Foto) gegründeten Unternehmens reißen.

Man reibt sich verwundert die Augen: Facebook hat zugegeben viele Nutzer. Aber Erwachsene können sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich bei Facebook einsame Kids und sog. Junggebliebene mit anderen einsamen Kids und sog. Junggebliebenen über das TV-Programm, die aktuellen Superstar-Kandidaten oder ähnlich infantile Themen austauschen – und das von den pfiffigen Machern zum „sozialen Netzwerk“ gehypt wird. Und wo sich so viele zur werberelevanten Zielgruppe gehörende Menschen treffen, sind die Geschäftemacher natürlich nicht weit. Doch wie genau das Geschäftsmodell von Facebook künftig die Ertragsphantasien der Anleger realisieren will, ist unklar.

Spekulation oder Kaffeesatzleserei?
Bei nüchterner Betrachtung hat die US-Großbank Goldmann und Sachs, gegen die vor einiger Zeit sogar die deutsche Finanzaufsicht Bafin noch wegen Anlegerbetruges im Kontext der US-Immobilienblase ermittelte (und vielleicht noch ermittelt), daher lediglich eine halbe Milliarde US-Dollar Anlegerkohle in Facebook investiert. Und behauptet jetzt das sei ein mittel- und langfristig lohnendes Investment. Der Rest ist Spekulation. Oder eben „Kaffeesatzleserei“, wie der SPIEGEL einen nicht namentlich genannten Invesatmentprofi zitiert.

40 Dollarcent Gewinn pro Jahr und Kunde
Denn 200 Mio. US-Dollar Gewinn sind bei (selbst-)erklärten 500 Mio. Kunden eben pro Kunde auch nur 0,40 US-Dollar – im Jahr! Bei nüchterner deutscher Bewertung läge der Wert von Facebook daher – statt bei 50 Milliarden – lediglich bei 1,2 – 1,6 Milliarden. Und Goldmann Sachs hätte für seine 450 Millionen nicht klägliche 0,8 sondern satte 30% der Firmenanteile bekommen.

Erinnert sich denn keiner mehr an die erste, im März 2000 geplatzte Internet-Spekulationsblase? Die Volksverarsche mit den Telekom-Aktien? Oder Rupert Murdochs phantastischen 600 Mio. Doller-Fehlkauf MySpace?
(Nur aus prophylaktisch-rechtlichen Gründen ersparen wir uns hier mehrere Dutzend Namen einstmals aufstrebender Firmen des neuen Marktes, deren Gründer das Geld ihrer gleichermaßen euphorischen wie ahnungslosen Anleger gleich schubkarrenweise verbrannten.)

Facebook – so sympathisch wie Guido Westerwelle
Ich persönlich würde übrigens keinen Cent in Facebook investieren. Nicht nur weil  mir Mark Zuckerberg und seine offen geäußerte Verachtung für den Datenschutz ungefähr so sympathisch ist wie Guido Westerwelle – sondern auch ähnlich vertrauenswürdig erscheint wie Till Eulenspiegel. Nein, ich wüßte nicht einmal, wofür ich auch nur einen Cent bei Facebook ausgeben sollte. Warum sollten das also andere tun? Ich finde, Facebook ist kein wirkliches soziales Netzwerk. Sondern eine moderne Simulationshilfe: Netzwerk statt Freundschaft, Kontakt statt Nähe. Matrix, kommunikatives Junkfood oder eben: Mist.

Kurzweil, Schnack, Freundschaft und Nähe
Wer auf Business-Kontakte setzt, ist bei XING gut aufgehoben. Mit Schulkameraden halten viele über stayfriends.de Kontakt. Wer einen Partner/eine Partnerin sucht möge mal bei einer der etablierten Partnerbörsen reinschauen, das soll schon häufiger gefruchtet haben. Allen anderen auf der Suche nach Kurzweil, Schnack, Freundschaft und Nähe  empfehle ich persönlich ein frisch gezapftes Bier oder einen leckeren Wein mit realen Freunden in der nächsten Kneipe. Da ist die Kohle zudem gut angelegt. Prost.

zwischenrufer / 06.01.2011