Düsterer Schwarzwald-Krimi

"Schweig still, mein Kind", Petra Buschs Debütroman.

"Schweig still, mein Kind", Petra Buschs Debütroman.

Mit ihrem Debüt-Roman „Schweig still, mein Kind“ hat die Ex-Freiburgerin Petra Busch zum Glück keinen weiteren Freiburg-Roman geschrieben. Vielmehr einen spannenden Krimi: Ihr Kommissar Moritz Ehrlinspiel, ein smarter Anfangsdreißiger,  wohnt zwar in der Freiburger Wiehre, geht gerne schick essen und hat einen Schlag bei den Damen. Trotzdem erwarten ihn nachts nur seine beiden Kater, wenn er von der Nachtschicht bei der Mordkommission  nach Hause kommt.

Mord auf dem Dorf
Ein Mordfall zieht ihn in eine jener vielen bis heute auch real existierenden  500-Seelen-Gemeinden im Schwarzwald, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. In denen scheinbar alles noch in Ordnung ist, Natur, Familie, Sozialgefüge. Eine mystische Spannung unter den Dorfbewohnern ist greifbar, mitten durch den Plot springt Bruno, ein gleichermaßen gruseliger wie anrührender Autist, in dessen Gedankenwelt der Leser nach und nach eingeführt wird. Von wegen Landidylle: Die Dorfbewohner saufen und hetzen in der einzigen Dorfkneipe, scheinbar der einzigen Abwechslung im frühwinterlichen Schwarzwald. Busch zeichnet gefangene, in Erwartungen und Rollen gequetschte, vom Schicksal drangsalierte Charaktere, ein Sozialgefüge zwischen Tradition, Aberglaube und Irrsinn.

Spannend bis zum Schluß

Geschickt wechselt Petra Busch die Erzählperspektive, legt falsche Fährten und so weiß nach der halben Lektüre und der zweiten Leiche noch immer niemand, wer der Mörder ist.  Das würde für eine Empfehlung ausreichen. Als Vorbereitung oder Begleitung ihres nächsten Schwarzwaldurlaubes ist der Roman „Schweig still, mein Kind“ indes ein Muss. Aber auch wer lieber an die Ostsee fährt oder nach Thailand fliegt wird diesen Roman verschlingen.

zwischenrufer / 27.05.2011

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