Volksverhetzung? Völkermord-Verschweiger kritisieren LEGO

Bausatz LEGO Star Wars 9516 (Jabba´s Palace). Die Türkische Gemeinde Österreich hält dieses Spielzeug für Volksverhetzung. Foto: Lego

Die Türkische Gemeinde Österreich kritisiert einen Lego-Bausatz aus der beliebten Star-Wars-Reihe. Der Bausatz LEGO Star Wars 9516 (Jabba´s Palace) gleiche einer Moschee, der Wachturm einem Minarett, die Figuren seien als Orientalen mit Gewehren, Schwertern und Kanonen dargestellt. Die türkische Kulturgemeinde behalte sich eine Klage wegen Volksverhetzung vor. Der weltweit erfolgreiche dänische Spielzeughersteller setzt natürlich auf Dialog.

Wer den Vorgang, der es jüngst in die TAZ und heute auch in DIE WELT geschafft hat, im Detail prüfen will, dem sei die interessante Webseite der Türkische Kulturgemeinde Österreich empfohlen. Hier finden wir nicht nur den LEGO-kritischen Artikel von Yüksel Karaman unter http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=312

Vorsicht Propaganda!
Der Artikel ist meine Erachtens pure Propaganda! Vordergründig wird zwar das waffenstarrende Spielzeug als „pädagogische bedenklich“ kritisiert. Doch diese Argumentationsebene ist nur vorgeschoben. Um was es tatsächlich geht, verrät uns Yüksel Karaman auch: „Es ist offensichtlich, dass für die Figur des hässlichen Bösewichts Jabba und die ganze Szenerie rassistische Vorurteile und gemeine Unterstellungen gegenüber den Orientalen und Asiaten als hinterlistige und kriminelle Persönlichkeiten (Sklavenhalter, Anführer von Verbrecherorganisationen, Terroristen, Verbrecher, Mörder, Menschenopferung) bedient wurden.“ Zur eigenen Prüfung der Substanz der Vorwürfe sei Legos eigener Kurzfilm zu dem umstrittenen Bausatz empfohlen http://starwars.lego.com/de-de/Products/9516.aspx

Natürlich ist LEGO nicht blöd genug, sich gegen die konstruierten Vorwürfe angemessen zu wehren, schließlich will man ja auch künftig in muslimischen Kinderzimmern stattfinden. Business first.

Türkischer Völkermord an Christen wird verschwiegen
Ich bin hingegen bei der Recherche auf der Webseite der Türkische Kulturgemeinde Österreich gerade auf einen wirklichen Skandal gestossen: In der Kategorie „Religion“, findet sich ein umfänglicher Artikel mit dem Titel „Das Christentum in Anatolien“.

Während der ungenannte Autor mannigfaltige historische Details aufreiht, sich beispielsweise aufführlich über die Rolle der Maria im Islam auslässt, verschweigt der Verfasser die blutigen Details aus der jüngeren Geschichte des Christenstums in der Türkei! Kein Wort über den Völkermord an vermutlich 2 Millionen (!) Christen durch die „Jungtürken“ zwischen 1915-1920, davon mindesten 500.000 Aramäern (altsyrische Christen, nicht zu verwechsenln mit Armenieren), nachzulesen z.B. bei Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkermord_an_den_Aram%C3%A4ern

Ebenfalls findet sich kein Wort zur aktuellen Unterdrückung der christlichen Mindertheit in der Türkei, wie sie z.B. Anna Reimann und Yassin Musharbash in einem Spielel-Artikel („Hass auf die kleine Herde“) beschrieben haben. „Christliche Kirchen sind nicht rechtlich anerkannt, dürfen keinen Bankkonten führen, keine Immobilien besitzen, Kirchen dürfen ihre Priester nicht ausbilden.“

Türkische Gemeinde Österreich disqualifiziert
Damit stellt sich auch die Türkische Gemeinde Österreichs in den Dienst der offiziellen Leugnungspolitik der Türkei – und hat sich damit für ernsthafte „pädagogische“ Debatten um Spielzeug auf jeden Fall disqualifiziert.

zwischenrufer / 26.01.2013

Ein Gedanke zu “Volksverhetzung? Völkermord-Verschweiger kritisieren LEGO

  1. Bei allem Respekt, aber das wegen dem bösen,bösen Völkermord an Christen die Heucheleikeule geschwungen wird, ist ein bisschen dreist. Vielleicht trügt mich mein Geschichtswissen ja, aber gab es nicht mal vor vielen Jahren eine Gruppe Menschen mit 2 Geraden auf der Brust, welche sich rechtwinklig schneiden, die selbst durch den vorderasiatischen Raum gepöbelt sind? Und meinten:Unser imaginärer Freund ist besser als der eurige?

    Und sich dann wundern, wenn in der heutigen Zeit die Rechte der Geometriefreunde in o.g. Staaten fast äquivalent zu denen in „einer vorwiegend christlich geprägten Gesellschaft“ für ihre Religion sind?
    Es mag sein, das Muslime in Deutschland mehr Rechte geniessen, was wohl aber eher mit der Wiedergutmachung der geistigen Abstinenz von 32-45 zu tun hat, als mit der grossen Toleranz der Netzausleger-Anbeter.

    Warum versucht man, die primäre Religion in der hiesigen Gegend auch zu verdrängen? Aber naja, manchmal kann man gewisse Dinge auch als beratungsresistent ansehen.

    Oder um es Salopp zu formulieren:Wenn euch jemand auf den Wohnzimmertisch kackt, bietet ihr ihm auch kein Papier an.

    In diesem Sinne disqualifiziert sich dieser einseitige Artikel auch über eine Diskussionsqualifikation über Pädagogik zu urteilen.

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